Maria Reimondez, die galizische Übersetzerin von Mark Haddons The Curious Incident of the Dog in the Night-Time, einem Buch, das im Jahr 2003 den Whitbread Book of the Year Award gewann, wurde wegen eines angeblichen Vertragsbruchs mit dem Verleger des Buches, Rinoceronte Editora, gefeuert.
Die Übersetzerin wird beschuldigt, die Besonderheiten der englischen Sprache ausgenutzt zu haben; insbesondere die Tatsache, dass gewisse Wörter, z. B. das Wort „translator“, sowohl männlich als auch weiblich sein können. Anders als in anderen Sprachen, in denen feminine und maskuline Wörter existieren, wird in englischsprachigen Texten das Geschlecht einer Person aus dem Kontext erkannt.
Es scheint, als hätte Maria Reimondez diese sprachliche Besonderheit dazu genutzt, ihre feministischen Ideen zu pflegen: Die Übersetzerin vermied, wenn möglich, absichtlich maskuline Wörter und verwendete stattdessen feminine oder geschlechtsneutrale Wörter. Dies führte dazu, dass einige Charaktere des Buches in der galizischen Übersetzung weiblich wurden, obwohl diese im englischen Original eindeutig männlich sind – so z. B. die Ratte Toby, die sich der Erzähler als Haustier hält. Im Englischen wird die Ratte als maskulin präsentiert; in der Übersetzung hingegen wird aus Toby ein Weibchen.
Die Übersetzerin verteidigt ihre Arbeit und gibt an, sie hätte ihren Vertrag erfüllt und eine akkurate Übersetzung des Buches angefertigt. Der Text wäre in keiner Weise schlecht übersetzt; sie hätte sich nur einfach geweigert, männliche Klischees zu bestärken. Des Weiteren argumentiert sie, dass die Vermeidung maskuliner Wörter eine Übersetzungsmethode und ihre Nutzung derselben legitim sei. Die Übersetzerin hat vor, gerichtliche Schritte einzuleiten.
Ein Übersetzer kann sich bezüglich des Originals zwar gewisse Freiheiten nehmen, aber es mag sein, dass diese Übersetzerin ein bisschen zu weit ging. Wenn die Absicht des Autors klar ist, würden sich nur wenige Übersetzer so dreist der Übersetzungsmethode von Maria Reimondez bedienen. Änderungen dieser Art verschleiern für die Leser des übersetzten Textes die wahren Absichten und Aussagen des Autors, und diese Problematik möchte jeder Übersetzer grundsätzlich vermeiden.
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on Dienstag, Mai 13th, 2008 at 07:06 and is filed under Allgemein.
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