EU fördert junge Linguisten
Viele Leute sind der Ansicht, dass die EU nur selten einer sinnvollen Beschäftigung nachgeht, die noch dazu für bestimmte Leute von Interesse sein könnte – mir ist es allerdings gelungen, ein Beispiel für eine Initiative zu finden, die nicht nur eine großartige Idee ist, sondern auch für die Zukunft der Übersetzungsbranche äußerst sinnvoll sein könnte.
Die EU hat beschlossen, ihre hervorragende Idee aus dem Vorjahr wieder aufzugreifen und noch einen EU-weiten Wettbewerb für junge Übersetzer abzuhalten. Bei diesem Wettbewerb, der das ganze Jahr 2007 lief, konnten alle Schulen in der EU mitmachen, und der Enthusiasmus, die positiven Rückmeldungen und die hohe Teilnehmerzahl aus dem Vorjahr haben die EU dazu inspiriert, den Wettbewerb zu wiederholen.
In diesem Jahr können sich die teilnehmenden Schulen vom 1. September bis zum 20. Oktober für die Aktion „Juvenes Translatores“ (dt. junge Übersetzer) anmelden; der Wettbewerb selbst findet am 27. November statt. Von jeder Schule können bis zu vier junge Übersetzer für die Teilnahme am Wettbewerb nominiert werden, die dann aus den 23 Amtssprachen der Europäischen Union eine beliebige Sprachkombination für die Übersetzung wählen können.
Die Anzahl der teilnehmenden Schulen spiegelt die Verteilung der Stimmrechte unter den einzelnen Mitgliedsstaaten wider – aus Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien nehmen daher je 58 Schulen teil; aus der Tschechischen Republik, Griechenland, Ungarn und Portugal je 24, während es aus Österreich, Bulgarien und Schweden je 20 Vertreter sind usw. Insgesamt werden 690 Schulen und rund 2760 Schüler am diesjährigen Wettbewerb teilnehmen, der sich in erster Linie an Jugendliche aus dem Jahrgang 1991 richtet.
Und wer weiß – noch ein paar großartige Ideen wie diese, und der EU könnte es sogar gelingen, ihre Existenz Zweiflern gegenüber zu rechtfertigen … aber das bezweifle ich.
